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25. September 2026

Sicherheit im Wandel – Eine Arbeitsversicherung für die ökologische und digitaleTransformation

  • Die Arbeits­welt ver­än­dert sich tief­grei­fend: durch Digi­ta­li­sie­rung, die öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­tion und den demo­gra­fi­schen Wan­del.
  • Die bis­he­rige Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung reagiert häu­fig erst, wenn Men­schen ihre Arbeit bereits ver­lo­ren haben.
  • Wir wol­len sie zu einer Arbeits­ver­si­che­rung wei­ter­ent­wi­ckeln, die Über­gänge früh­zei­tig beglei­tet, Wei­ter­bil­dung ermög­licht und soziale Sicher­heit gewähr­leis­tet.

Die Arbeits­welt befin­det sich im tief­grei­fen­den Wan­del. Digi­ta­li­sie­rung, Künst­li­che Intel­li­genz, die öko­lo­gi­sche Trans­for­ma­tion und der demo­gra­fi­sche Wan­del ver­än­dern Tätig­kei­ten, Berufe und ganze Bran­chen. Beschäf­tigte müs­sen sich häu­fi­ger beruf­lich wei­ter­bil­den oder neu ori­en­tie­ren. Man­che haben es schwer, einen guten Platz in der sich wan­deln­den Arbeits­welt zu fin­den. Zugleich suchen viele Unter­neh­men drin­gend Fach­kräfte.

Das bestehende soziale Siche­rungs­sys­tem reagiert häu­fig erst, wenn Arbeits­lo­sig­keit bereits ein­ge­tre­ten ist oder gar nicht, weil die Vor­aus­set­zun­gen nicht erfüllt wer­den. Gerade Men­schen mit unste­ten Erwerbs­bio­gra­fien, meh­re­ren Jobs oder Selbst­stän­dig­keit sind unzu­rei­chend abge­si­chert. Wei­ter­bil­dung von Berufs­tä­ti­gen schei­tert zudem oft an feh­len­der Zeit, kom­pli­zier­ten Ver­fah­ren oder feh­len­den För­der­mög­lich­kei­ten.

Schwarz-rote Trippelschritte

Auch der Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung bleibt hin­ter den Erfor­der­nis­sen einer vor­sor­gen­den Arbeits­markt­po­li­tik zurück. Er moder­ni­siert zwar Ver­fah­ren, beant­wor­tet aber die zen­tra­len Her­aus­for­de­run­gen nur unzu­rei­chend. Mit dem Qua­li­fi­zie­rungs­geld, dem Kurz­ar­bei­ter­geld und der Wei­ter­bil­dungs­för­de­rung exis­tie­ren gute Instru­mente. Sie sind aber viel­fach zu kom­plex, zu wenig bekannt oder ins­be­son­dere für kleine und mitt­lere Unter­neh­men schwer zugäng­lich.

Statt Beschäf­tigte früh­zei­tig bei beruf­li­chen Ver­än­de­run­gen zu unter­stüt­zen, kon­zen­triert sich die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung wei­ter­hin vor allem auf die Absi­che­rung nach Ein­tritt der Arbeits­lo­sig­keit. Auch die Unter­stüt­zung von Selbst­stän­di­gen und Men­schen mit viel­fäl­ti­gen Erwerbs­ver­läu­fen weist wei­ter­hin erheb­li­che Lücken auf.

Unser Vorschlag für eine vorausschauende Arbeitsmarktpolitik

Wir wol­len die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung zu einer moder­nen Arbeits­ver­si­che­rung wei­ter­ent­wi­ckeln. Sie soll stär­ker auf die Trans­for­ma­tion der Wirt­schafts- und Arbeits­welt aus­ge­rich­tet wer­den. Ihr Ziel muss es sein, Erwerbs­bio­gra­fien vor­aus­schau­end zu beglei­ten, Arbeits­lo­sig­keit zu ver­mei­den und sichere Über­gänge in neue Tätig­kei­ten zu ermög­li­chen.

Das heißt unter ande­rem:

  • Bestehende regio­nale Struk­tu­ren für Bera­tung, Ver­net­zung und Qua­li­fi­zie­rung wie regio­nale Trans­for­ma­ti­ons­agen­tu­ren zu stär­ken,
  • betriebs­über­grei­fende Lösun­gen für Beschäf­tigte ins­be­son­dere klei­ner und mitt­le­rer Unter­neh­men z.B. in Trans­fer­ge­sell­schaf­ten zu erleich­tern,
  • Kurz­ar­beit und Trans­fer­in­stru­mente mit Qua­li­fi­zie­rung zu ver­bin­den.
  • Beschäf­tigte bei einer vor­über­ge­hen­den Arbeits­zeit­re­du­zie­rung für arbeits­markt­re­le­vante Wei­ter­bil­dung sozial bes­ser abzu­si­chern,

Wei­ter­bil­dung wird noch stär­ker, als wich­ti­ges Instru­ment der Trans­for­ma­tion und Fach­kräf­te­si­che­rung finan­zi­ell und struk­tu­rell aus­ge­wei­tet. Das erfor­dert

  • den Aus­bau der Bera­tung und bestehen­den Wei­ter­bil­dungs­in­fra­struk­tur,
  • fle­xi­blere Gestal­tung bestehen­der För­der­instru­mente wie des Qua­li­fi­zie­rungs­gel­des ins­be­son­dere für kleine und mitt­lere Unter­neh­men und das Hand­werk.
  • Für die von Arbeits­lo­sig­keit bedroh­ten Beschäf­tig­ten sol­len arbeits­markt­nahe Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bote aus­ge­wei­tet, ziel­ge­nauer auf die Trans­for­ma­tion aus­ge­rich­tet und modu­lar gestal­tet wer­den und zudem bes­ser mit unter­schied­li­chen Lebens­pha­sen und Care-Ver­ant­wor­tung ver­ein­bar sein.

Bestehende Absi­che­rungs­lü­cken in der bis­he­ri­gen Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung durch unstete Erwerbs­ver­läufe und Erwerbs­for­men abseits des Nor­mal­ar­beits­ver­hält­nis­ses wer­den wir schlie­ßen und die frei­wil­lige Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung für Selb­stän­dige grund­le­gend refor­mie­ren.

Das können wir erreichen

Eine sol­che Arbeits­ver­si­che­rung sichert nicht nur Ein­kom­men im Not­fall. Sie stärkt Beschäf­tigte darin, den Wan­del aktiv zu ihren Guns­ten zu nut­zen, unter­stützt Betriebe bei der Fach­kräf­te­si­che­rung und macht den Arbeits­markt wider­stands­fä­hi­ger gegen­über struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen.

Die Bun­des­re­gie­rung muss des­halb die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung kon­se­quent wei­ter­ent­wi­ckeln, För­der­instru­mente ent­bü­ro­kra­ti­sie­ren und die Bun­des­agen­tur für Arbeit als zen­trale Part­ne­rin für beruf­li­che Über­gänge stär­ken. So kann die öko­lo­gi­sche und digi­tale Trans­for­ma­tion zu mehr guter, siche­rer und zukunfts­fä­hi­ger Arbeit füh­ren.

Deutsch­land braucht eine Arbeits­markt­po­li­tik, die Wan­del zu einer Erfolgs­ge­schichte für alle macht. 

Antrag

Sicher­heit im Wan­del – Eine Arbeits­ver­si­che­rung für die öko­lo­gi­sche und digi­tale Trans­for­ma­tion