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Die Teilnehmerinnen des Podiums (v.l.n.r.) Melissa Münster, Ricarda Pätzold, Franziska Eichstädt-Bohlig, Sylvia Rietenberg

24. Juni 2026

Fachgespräch „Bodenpolitik — Stadtentwicklung von der Wurzel aus betrachtet” im Bundestag

Wer die Woh­nungs­krise lösen will, muss sich fra­gen, wem unser Boden gehört und was damit gemacht wird.

Genau darum ging es am 22.06.2026 bei unse­rem Fach­ge­spräch „Boden­po­li­tik — Stadt­ent­wick­lung von der Wur­zel aus betrach­tet” im Bun­des­tag. Mit drei Exper­tin­nen haben wir dazu aus drei Per­spek­ti­ven gespro­chen:

Melissa Müns­ter (TU Dort­mund) zeigte, wel­che Steue­rungs­macht kom­mu­na­les Grund­ei­gen­tum ent­fal­tet. Wer eigene Flä­chen besitzt, kann Nut­zun­gen len­ken, Boden dem spe­ku­la­ti­ven Markt ent­zie­hen und soziale Ziele durch­set­zen. Ihre noch unver­öf­fent­lichte Kom­mu­nal­be­fra­gung macht aber auch deut­lich, wie ungleich der kom­mu­nale Flä­chen­be­sitz ver­teilt ist und wie sehr knappe Haus­halts­mit­tel und stei­gende Boden­preise selbst gestärkte Vor­kaufs­rechte ins Leere lau­fen las­sen.

Laut Ricarda Pät­zold (Difu) macht den Kern einer akti­ven Boden­po­li­tik aus, dass Boden ein unver­mehr­ba­res Gut ist und damit eben keine fis­ka­li­sche Reserve, die man kurz­fris­tig zu Geld macht. Dass es an die­ser vor­aus­schau­en­den Steue­rung oft fehlt, machte sie am länd­li­chen Raum deut­lich, wo beson­ders viel Flä­che neu für Fami­li­en­heime statt für den tat­säch­li­chen Bedarf aus­ge­wie­sen wird. Kom­mu­nen kön­nen hier mit Instru­men­ten wie Bau­land­mo­del­len, Vor­kaufs­rech­ten, Boden­fonds und Kon­zept­ver­gabe gegen­steu­ern.

Den Blick auf die Bun­des­ebene brachte Fran­ziska Eich­städt-Boh­lig (MdB a.D.) ein. Sie for­dert unter ande­rem einen Stopp anony­mi­sier­ten und ver­schach­tel­ten Grund­ei­gen­tums, ver­träg­li­che Boden­richt­werte und eine Abschaf­fung der Steu­er­pri­vi­le­gien. Damit wäre eine gerech­tere Boden­po­li­tik mach­bar, ohne sich in ideo­lo­gi­schen Gra­ben­kämp­fen zwi­schen Staat vs. Pri­vat zu ver­lie­ren.

Mein Dank geht an die drei Refe­ren­tin­nen für ihre Impulse, an Dr. Fran­ziska Brant­ner für ihr Gruß­wort sowie an alle, die vor Ort und im Zoom dabei waren.