2030-Ziel in Gefahr? Antworten der Bundesregierung offenbaren: Fehlende Daten und fehlende Pläne
Die Bundesregierung hält zwar am Ziel fest, Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden, doch die Antworten auf unsere kleine Anfrage offenbaren: Ohne verbindliche Maßnahmen, klare Daten und Verantwortlichkeiten bleibt der Nationale Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit (NAP) ein leeres Versprechen.
„Ein Ziel allein bringt noch niemanden von der Straße in eine Wohnung. Es braucht einen verbindlichen Fahrplan, klare Zuständigkeiten und überprüfbare Fortschritte.“
Sylvia Rietenberg
Die zentralen Probleme werden mehr als deutlich:
Kein Fahrplan: Trotz des ehrgeizigen Ziels fehlt ein einheitlicher Zeitplan für die Umsetzung. Die Regierung verweist auf externe Faktoren wie Inflation oder Kriege – doch genau dafür sollte der NAP Lösungen bieten.
Datenchaos: Die Bundesregierung stützt sich auf veraltete Zahlen (439.500 Wohnungslose), während die BAG Wohnungslosenhilfe von über einer Million Betroffenen ausgeht. Eine zentrale Erfassung der Hilfskapazitäten ist nicht einmal geplant.
Verantwortung diffundiert: Statt verbindlicher Steuerung verweist der Bund auf die Zuständigkeit der Länder und Kommunen – doch ein nationales Ziel braucht bundesweite Standards und Transparenz.
Symbolpolitik statt Lösungen: Eine geplante Wissensplattform für Kommunen hilft wenig, wenn es an Wohnraum und Unterbringungskapazitäten fehlt.
Über unsere kleine Anfrage und die Antworten der Bundesregierung berichtete am 18.05.2026 das Redaktionsnetzwerk Deutschland.
→ Hier den vollständigen Artikel im RND lesen
Die ganze kleine Anfrage “Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit” und die Antworten der Bundesregierung gibt es hier: Antwort auf k.A. Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Wohnungslosigkeit
Als nächstes stehen folgende Termine an, an denen die Bundesregierung sich messen lassen muss
- Ende Juni/Anfang Juli 2026: Veröffentlichung der aktuellen Zahlen zu untergebrachten Wohnungslosen (Stichtag 31.01.2026).
- 11. September 2026: Start der Wissensplattform zum Tag der Wohnungslosen.
- Dezember 2026: Nächster Wohnungslosenbericht der Bundesregierung.